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Nebentätigkeit als Soldat der Bundeswehr – was muss ich beachten?

Soldaten, die eine Nebentätigkeit ausüben, werden oft gefragt: “Warum machst Du das denn? Du verdienst doch genug bei der Bundeswehr”. Aber gerade bei Soldaten auf Zeit geht es um etwas ganz anderes. Dem Soldaten auf Zeit oder dem Freiwillig Wehrdienstleistenden ist meist völlig bewusst, dass er nicht für immer bei der Bundeswehr bleiben kann. Irgendwann geht also für jeden nochmal die große Jobsuche los.

In einem Vortrag von Herrn Markus Krämer, der Autor des “SaZ-Kuriers” des DBwV, habe ich einmal gehört: “Es ist immer gut ein Bein in der zivilen Wirtschaft zu haben”. Egal welche Nebentätigkeit es ist, es bringt immer etwas! Als Soldat auf Zeit zeigt man damit meiner Meinung nach fleiß und man baut sich gute Kontakte auf.

Aber was muss man jetzt beachten, wenn man als Soldat bei der Bundeswehr eine Nebentätigkeit beginnen möchte. Dazu sollte man den § 20 des Soldatengesetz beachten. Es behandelt lediglich das Thema “Nebentätigkeit”.

Grundsätzlich besagt das Gesetz, dass jede entgeltliche Nebentätigkeit einer Genehmigung zu unterziehen ist. Allerdings gibt es auch hier Ausnahmen, die ich im folgenden Aufzählen möchte:

  • Die Verwaltung eigenen oder der Nutznießung des Soldaten unterliegenden Vermögens,
  • schriftstellerische, wissenschaftliche, künstlerische oder Vortragstätigkeiten,
  • Lehr- und Forschungsaufgaben,
  • Tätigkeiten zur Wahrung von Berufsinteressen in Gewerkschaften oder Berufsverbänden oder Selbsthilfeeinrichtungen der Soldaten

Jedoch empfehle ich trotzdem auch jede dieser Nebentätigkeiten beim Disziplinarvorgesetzten schriftlich anzumelden. Meist gibt es dafür ein eigenes Formblatt, ansonsten einfach ein kurzes Anschreiben.

Die Nebentätigkeit darf die unparteilichkeit und die unbefangenheit eines Soldaten nicht beeinflussen, auch darf die weitere dienstliche Verwendung nicht beeinträchtigt werden.

Wie viel Stunden darf ich nebenbei arbeiten?

Als Soldat der Bundeswehr darf die Arbeitszeit bei einer Nebentätigkeit acht Stunden in der Woche nicht überschreiten.

Wie viel darf ich nebenbei verdienen?

Laut dem Soldatengesetz darf man nebenbei nicht mehr als 40% des Grundgehalts bei der Bundeswehr verdienen. Die Berechnung erfolgt allerdings jährlich. Es kann also sein, dass Sie in einem Monat mehr als 40% verdienen, dafür aber im nächsten Monat weniger.

Ist ein Ehrenamt in einem Verein genehmigungspflichtig?

Nein, öffentliche Ehrenämter sind nicht genehmigungspflichtig, aber anzeigepflichtig.

Wenn Sie planen eine Nebentätigkeit aufzunehmen, nehmen Sie zunächst Kontakt mit Ihrem Kompaniefeldwebel oder Ihrem Disziplinarvorgesetzten auf und unterrichten Sie ihn über Ihre Absichten. Im Regelfall wird er sagen, dass nichts dagegen spricht und ein Antrag auf Genehmigung gestellt werden soll.

Weitere Fragen oder Erfahrungen mit Nebentätigkeiten bei der Bundeswehr gemacht? Schreiben Sie doch einen Kommentar!

Was sind Amtszulagen und wer bekommt sie?

Als Soldat auf Zeit oder Berufssoldat der Bundeswehr erhalten Sie beim Tragen eines entsprechenden Dienstgrades eine so genannte Amtszulage. Diese Amtszulagen gibt es, um jedem Dienstgrad auch ein anderes Gehalt zu geben, denn aufgrund der Anzahl der Besoldungsgruppen ist es nicht möglich, dass jeder Soldat, der befördert wird automatisch in die nächsthöhere Besoldungsgruppe aufsteigt.

Folgende Dienstgrade erhalten eine Amtszulage (Stand 2013)

Dienstgrad Amtszulage
Gefreiter (A3) 33,85 EUR
Hauptgefreiter (A4) 7,30 EUR
Oberstabsgefreiter (A5) 36,34 EUR
Fahnenjunker (A5) 19,44 EUR
Stabsunteroffizier (A6) 19,44 EUR
Oberfeldwebel (A7) 45,14 EUR
Oberfähnrich (A8) 58,15 EUR
Hauptfeldwebel (A8) 58,15 EUR
Oberstabsfeldwebel (A9) 270,56 EUR
Leutnant (A9) 8,84 EUR
Oberleutnant (A10) 8,84 EUR

Sollten sich Änderungen ergeben, werden wir selbstverständlich berichten…

Familienzuschlag bei der Bundeswehr

Heute möchten wir Ihnen einen kleinen Überblick über die Familienzuschläge für Soldaten auf Zeit und Berufssoldaten der Bundeswehr geben. Es gibt Zuschläge für den Familienstand und für Kinder.

Zuschläge für verheiratete Soldaten

Als verheirateter Soldat erhalten Sie in den Besoldungsgruppen A1 bis A8, also vom Gefreiten bis zum Hauptfeldwebel, einen Familienzuschlag in Höhe von 119,14 EUR. Aber der Besoldungsgruppe A9, also Stabsfeldwebel oder Oberstabsfeldwebel erhalten Sie einen Zuschlag von 125,12 EUR. Diese Angaben sind Stand 2013.

Zuschläge für Soldaten mit Kindern

Für eigene Kinder erhalten Soldaten und Soldatinnen, egal in welcher Besoldungsgruppe sie sich befinden, den gleichen Zuschlag. Mit 1 – 2 Kindern wird ein Zuschlag von 106,98 EUR bezahlt. Ab dem dritten Kind erhöht sich diese Zulage auf 300,31 EUR, wobei für die Kinder 1-2 trotzdem der geringere Kinderzuschlag gezahlt wird.

Sollten sich hier Änderungen ergeben, werden wir natürlich berichten, bei Fragen freuen wir uns über einen Kommentar!

Erfahrungsstufen Bundeswehr

Wie oft haben wir uns schon gefragt: “Wann komm ich in die nächste Erfahrungsstufe?”. Nachdem wir uns heute entschieden haben einen ausführlichen Artikel über das Thema Erfahrungsstufen bei der Bundeswehr zu schreiben ging zunächst eine wirklich lange Recherche los. Es ist nicht leicht hier etwas aussagekräftiges zu finden. Nun haben wir es doch fertig gebracht und wollen euch unser Ergebnis vorstellen.

Mit der Veröffentlichung des Dienstrechtsneuordnungsgesetzes am 5. Februar 2009 ist eine grundsätzliche Änderung im Bereich der Erfahrungsstufen inkraftgetreten. Davor wurden Erfahrungsstufen grundsätzlich nach dem Alter der Soldaten vergeben. Seit dem o.g. Datum wird diese nur noch nach der tatsächlichen Erfahrung des Soldaten zugewiesen.

In Erfahrungsstufen werden grundsätzlich nur Soldaten auf Zeit und Berufssoldaten eingewiesen, denn Wehrsoldempfänger (FWD-Soldaten), werden ja nicht nach der Besoldungstabelle der Bundeswehr besoldet. Es gibt insgesamt acht Erfahrungsstufen, wobei diese nochmals mit so genannten Überleitungsstufen unterteilt sind.

Mit der Ernennung zum Soldaten auf Zeit wird der Soldat in die Erfahrungsstufe 1 eingewiesen. Die nächsten Erfahrungsstufen erreicht man dann nach zwei, drei, drei, drei, vier, vier und weiteren vier Jahren. Läuft also alles nach Plan, erreicht der Soldat auf Zeit oder Berufssoldat nach 23 Dienstjahren die höchste Erfahrungsstufe, die Stufe 8.

Dienstjahr Erfahrungsstufe
3. Dienstjahr Stufe 2
6. Dienstjahr Stufe 3
9. Dienstjahr Stufe 4
12. Dienstjahr Stufe 5
16. Dienstjahr Stufe 6
20. Dienstjahr Stufe 7
23. Dienstjahr Stufe 8

Wie man in der Besoldungstabelle Bundeswehr ganz klar sehen kann, macht das Aufsteigen in den Erfahrungsstufen einiges aus. Wichtig zu erwähnen ist auch, dass die Erfahrungsstufen Bundeswehr unabhängig vom Dienstgrad oder besser gesagt Beförderungen ist. Sie sind von den Besoldungsgruppen losgelöst. Wird ein Soldat also befördert, bleibt seine Erfahrungsstufe gleich.

Haben Sie noch weitere Fragen zu diesem Thema? Einfach einen Kommentar schreiben – wir antworten.

Beiträge zur Pflegeversicherung als Soldat von der Steuer absetzen

Vor ein paar Tagen haben wir die Infografik des Vereinigten Lohnsteuerhilfeverein e.V. vorgestellt. In dieser waren alle Werbungskosten, die ein Soldat in der Steuererklärung geltend machen kann, aufgelistet. Wie versprochen nehmen wir uns einen Bereich nach dem anderen vor. Heute starten wir mit den Beiträgen, die ein Soldat in seine Pflegeversicherung einbezahlt.

Als Soldat auf Zeit oder Berufssoldat der Bundeswehr sind Sie verpflichtet eine Pflegeversicherung abzuschließen. Nun ist es so, dass ein “normaler” Arbeitnehmer ja über die gesetzliche Sozialversicherung pflegeversichert ist. Der Arbeitgeber und der Arbeitnehmer teilen sich den Beitrag, der vom Bruttolohn abgezogen wird. Somit wir dieser Betrag auch nicht versteuert.

Somit hat der Soldat der Bundeswehr zwei Nachteile, denn er zahlt den gesamten Beitrag selbst und er zahlt den Beitrag zur vom Nettogehalt. Deshalb können Soldaten auf Zeit und Berufssoldaten der Bundeswehr die Beiträge. die sie in eine Pflegeversicherung einzahlen, von der Steuer absetzen. Als Versicherungsnehmer erhalten Sie dafür von der Versicherungsgesellschaft jährlich eine Übersicht über die gezahlten Beiträge, die Sie Ihrer Steuererklärung beilegen.

Bitte beachten Sie dass dieser Text keine Steuerberatung darstellt!