Wohin geht die Reise mit dem Yen?

Seit Ausbruch der Finanzkrise haben die großen Zentralbanken weltweit die Märkte mit sehr günstigem Geld geflutet. Dadurch konnte sie den finanziellen Exodus der westlichen Welt verhindern. Nachdem die Krise erst einmal durch günstiges Geld zum Schweigen gebracht wurde, stellt sich jedoch die Frage, ob überhaupt die Probleme behoben sind. Teilweise sind Banken heut zu Tage stabiler als in der Vergangenheit. Dadurch ist das Finanzsystem beispielsweise weniger gefährdet als vor 2008. Trotzdem wäre ein richtiger Bank Run noch immer ein Problem und die meisten Banken wäre schon pleite, wenn 15% des Sparvermögens direkt gefordert werden würden. Damit die Sparer nicht an ihre Ersparnisse gehen und keine Angst vor dem Crash haben, versuchen Politiker und Zentralbanken mit mehr oder minder sinnvollen Aktionen für Vertrauen zu sorgen. Wenn man denkt, dass eine Bank nicht pleitegeht, wird man wahrscheinlich auch nicht den Weg zur Bank auf sich nehmen, um all seine Ersparnisse abzuheben und diese unter die Matratze zu packen. In diesem Sinne haben die Zentralbanken vor allem versucht, das Vertrauen mit günstigem Geld und damit einhergehenden, steigenden Aktienmärkten wiederherzustellen. In diesem Zusammenhang gab es die letzten Wochen und Monate jedoch einen Bruch. Die FED in den USA wird wahrscheinlich im kommenden, spätestens im übernächsten Jahr damit beginnen, die Zinsen zu steigern. Wenn dies geschehen sollte, wäre Geld wieder teurer und dies könnte zeitweise die Märkte und damit das Vertrauen in die Finanzwelt erschüttern. Da dies jedoch erwartet wird, kann es sein, dass die Reaktion geringer als erwartet ausfällt. Andere Zentralbanken fangen dagegen erst richtig an mit der Bereitstellung von Liquidität. Das beste Beispiel dabei ist die Bank of Japan. Die Bank of Japan hat mit dem großangelegten Ankauf von Sicherheit unterschiedlichster Art begonnen, um die Inflation in Japan zu steigern. Durch diese Maßnahmen hat der Yen im Verhältnis zu vielen Währungen stark an Wert verloren. Dabei wird wahrscheinlich auch die nächsten Monate oder gar Jahre ein Trend erkennbar. Wenn die US Zentralbank aufhört, Geld in die Märkte zu pumpen bzw. das Geld teurer macht und die Bank of Japan erst richtig anfängt Geld in die Märkte zu pumpen, dann wäre es durchaus eine Gelegenheit, auf einen fallenden Yen im Verhältnis zum US-Dollar zu wetten. Dies könnte auch auf etwas längere Sicht eine profitable Strategie sein. Im Wettrennen um Inflation versuchen die Zentralbanken mit günstigem Geld die Inflation in ihrem Land anzukurbeln. Und die Bank, die das Gaspedal am Stärksten durchtritt, wird letztendlich wahrscheinlich vorerst am meisten Inflation produzieren. Dementsprechend geht es für den Yen im Verhältnis zum US-Dollar wahrscheinlich weiter Richtung Süden.