Wird die EZB kommenden Monat aktiv?

Zentralbanken sind in der Lage mit ihren Entscheidungen die Märkte zu bewegen. Dies sollte man auch als Zeitsoldat bei seinen Anlageentscheidungen berücksichtigen. Aus diesem Grund sollte man sich überlegen wie man sich vor der kommenden Ratssitzung der EZB positionieren möchte. Bei der letzten Sitzung hat Mario Draghi, aktueller Präsident der EZB, angedeutet, dass die EZB den kommenden Monat aktiv werden könnte. Wenn die EZB diesmal nicht nur Worte sondern Taten sprechen lässt dann wäre dies durchaus ein Katalysator für den DAX. Je nachdem zu welchen Mitteln die EZB greift ist es durchaus denkbar, dass der DAX bis Ende Juni die 10.000 Punkte Marke knacken könnte. Sollten wirklich großflächige Anleihekäufe und/oder negative Einlagezinsen eingeführt werden dann wäre dies durchaus ein Grund zum Jubeln für die Börse. Dies würde mehr Liquidität bedeuten. Aktienkurse lieben Liquidität und dementsprechend dürfte es durchaus zu einem guten Schub auf den Märkten kommen. Der EUR/USD hat nach diesen Kommentaren dementsprechend reagiert. Nachdem erst nichts bei dem aktuellen Beschluss im Mai von der EZB getan wurde nagte der EUR/USD an der 1,40 Marke. Nach diesen Kommentaren ging es jedoch schnell in Richtung der 1,38. Aktuell notiert der EUR/USD um die 1,3760. Dementsprechend kann man aktuell davon ausgehen, dass jedenfalls einige der Wechselkurshändler durchaus davon ausgehen, dass diesmal nicht nur leere Worte sondern Handlung folgen werden.

Call Optionsschein – hohes Risiko und hohe Renditechancen

Eine Möglichkeit um eine recht riskante, jedoch sofern das Ereignis eintritt profitable, Möglichkeit bietet das Nutzen von Call Optionsscheinen. Mit Hilfe eines Call Optionsscheins kann man überproportional vom Anstieg des Basiswertes, beispielsweise den DAX, profitieren und dabei gleichzeitig maximal sein eingesetztes Kapital verlieren. Man könnte vor Bekanntgabe des Ergebnisses einen Call Optionsschein auf den DAX mit einem Strike kaufen der 1% über dem aktuellen Kurs des DAX liegt und dabei eine möglichst geringe Laufzeit hat. Durch die geringe Laufzeit kann man einen hohen Hebel von teilweise mehr als 50 oder gar 100 erzielen. Wenn man beispielsweise zu dem Zeitpunkt einen Call Optionsschein mit Bezugsverhältnis 1:100 für 20 Cent pro Stück mit einem Strike von 9700 Punkten kauft, wenn der DAX bei 9600 Punkten liegt, dann würde beispielsweise folgendes passieren: Wenn Draghi seinen Worten Taten folgen lässt, der DAX mehr als 1% steigt und somit zu Auslauf des Optionsscheins der DAX Bei 9750 Punkten liegt dann würden aus den 20 Cent Einsatz pro Optionsschein 50 Cent werden. Somit hätte man 150% Gewinn gemacht. Dies könnte innerhalb von Minuten nach Bekanntgabe des Ergebnisses bzw. nach der Ansprache von Draghi erfolgen. Sollte jedoch die EZB erneut von weiteren Maßnahmen abweichen und der DAX am Ende der Laufzeit des Optionsscheines unter 9700 Punkten liegen verliert man sein gesamtes, eingesetztes Kapital. Sollte der DAX sehr gut reagieren, der Optionsschein beispielsweise bis eine Woche nach dem Zinsentscheid laufen und der DAX direkt am Freitag über 9800 Punkten notieren wäre es natürlich sehr reizvoll, weil man in diesem Fall um die 400% Gewinn hätte. Man sollte sich jedoch bewusst sein, dass dies sehr risikoreich ist. Für solche Spekulationen sollte man nur Geld einsetzen das man im Zweifelsfall auch verlieren kann. Diejenigen die dem eine Chance geben möchten sollten sich jedoch nicht davon abhalten lassen.