Rohstoffe – eine alternative Anlageklasse

Ein ganz klassisches Portfolio besteht aus Aktien, Anleihen und Liquidität. Wissenschaftliche Untersuchungen haben allerdings gezeigt, dass es sinnvoll sein kann, dieses Portfolio um Rohstoffe zu erweitern, da diese teilweise sogar negativ zu Aktien korreliert sind und damit Im Falle schwacher Aktienmärkte Verluste verringern können. Mit Rohstoffen ist nicht unbedingt gemeint, physisch Goldmünzen und Barren zu horten, sondern eher in einen breiten Korb verschiedener Rohstoffe zu investieren, und so von der Gesamtentwicklung des Rohstoffmarktes zu profitieren, Finanzfachleute sprechen davon, eine Exposure in Commodites aufzubauen. Weiterhin erfreulicher Nebeneffekt ist, dass es sich bei Rohstoffen um Sachwerte handelt, die damit einen eingebauten Inflationsschutz aufweisen.

Die Idee

Üblich ist es, um ein breit gestreutes Rohstoffexposure aufzubauen, einen gängigen Rohstoffindex zu replizieren, der alle gängigen Segmente der Rohstoffe enthält. Dies sind einerseits Energierohstoffe wie Öl oder Erdgas, Industriemetalle wie Kupfer oder Nickel, Agrarrohstoffe, darunter   Weizen oder Mais, Vieh, beispielsweise Mastrind oder Schweinehälften, und nicht zuletzt auch Edelmetalle wie Gold und Silber. Häufig werden hierfür die Rohstoffindizes S&P Goldman Sachs Commodity Index (sehr energielastig) und Bloomberg Commodity Index (breiter diversifiziert, bis vor kurzem als Dow Jones UBS Commodity Index bekannt) genutzt. In diesen Indizes sind die oben genannten Rohstoffe und andere enthalten. Was der Anleger noch wissen sollte ist, dass die Rohstoffe nicht in physischer Form gehalten werden, was Lagerkosten verursachen würde, sondern über Derivate am Finanzmarkt Ansprüche auf diese Güter erworben werden, was ausreicht, um von der Preisentwicklung zu profitieren. Dadurch wird zudem verhindert, dass durch die Nachfrage nach Finanzinvestoren die Preise der Rohstoffe künstlich aufgebläht werden, da die Derivate, die erworben werden, keine Preisauswirkungen nach sich ziehen. Produkte, die dagegen nicht auf einen breiten Rohstoffkorb, sondern nur auf einen einzelnen Rohstoff, etwa Gold, setzen, sichern sich teilweise dadurch ab, dass sie den entsprechenden Rohstoff tatsächlich direkt physisch erwerben und einlagern.

Anlagemöglichkeiten

Es gibt verschiedene Anlagemöglichkeiten, um an der Wertentwicklung eines solchen Rohstoffindizes zu partizipieren. ETFs stellen eine weit verbreite Möglichkeit dar. Hierbei handelt es sich um börsennotierte Indexfonds, die den Index möglichst genau replizieren. Vorteil ist, dass es sich um Sondervermögen handelt, welches im Falle einer Insolvenz der emittierenden Gesellschaft geschützt ist. Ebenfalls Möglich sind ETCs und ETNs. Beides sind Inhaberschuldverschreibungen, deren Zinskupon und/oder Nennwert von der Entwicklung des Index abhängt. Grundsätzlich sind sie sehr ähnlich, der Unterschied besteht grundsätzlich darin, dass ETCs sich durch geeignete Sicherheiten gegen Kontrahentenrisiken absichern, ETNs dagegen tun dies nicht.

Risiken und Nebenwirkungen

Wie bei allen Investments besteht das Risiko, dass der Wert der Anlagen sinkt – und zwar dann, wenn die Rohstoffe im Preis sinken oder aber langfristig unverändert notieren. Letzteres bedeutet Wertverluste durch die Gebühren, die fällig werden. Daneben müssen die Derivate, über die die Fonds agieren, regelmäßig erneuert (rolliert) werden, wodurch ebenfalls Verluste entstehen können. Bei den ETCs und ETNs muss zudem das Emittentenrisiko im Auge behalten werden. Auch große Finanzinstitute sind, wie der Fall Lehman eindrucksvoll zeigt, nicht gegen Insolvenzen immun. Dies sind natürlich nur einige der Risiken, die mit derartigen Rohstoffinvestments verbunden sein können. Es sollte gerade von fachlich nicht versierten Anlegern bei Erwerb solcher Produkte immer eine fachkundige Beratung zu Rate gezogen werden. Das genaue Studium der Wertpapierprospekte der zu erwerbenden Papiere ist ebenfalls unerlässlich. Daneben sollte klar sein, dass Rohstoffe zwar eine sinnvolle Ergänzung des Portfolios sein können, aber nicht für jeden Anlegertypen geeignet sein müssen und zudem auch keinen extrem großen Anteil am Portfolio ausmachen sollten. Es handelt sich hier bestenfalls um eine kleine Beimischung, um die Risiken und Chancen breiter zu streuen, also im weitesten Sinne um eine Absicherung des Portfolios gegen Crashs in anderen Märkten wie auch eine Absicherung gegen Inflationsrisiken.